Wo sind meine Oktopus-Arme…

von Svenja Höse

Wohl nur ein Traum…

Welch ein schöner Abend, die Kinder gucken mit uns noch ihre Lieblingssendung, ich schicke sie anschließend nach oben zum Zähneputzen und bettfertig machen. Sie springen vor Freude auf, knipsen den Fernseher aus und sind schneller im Bad, als ich das Wort Bad denken kann. Dort stehen alle drei neben einander mit weit geöffneten Mündern, sodass ich brav nacheinander ihre Zähnchen putzen kann. Sofort schlüpfen die Engel in ihre Betten und waren auch schon eingeschlafen…

…Die Realität

okok, zugegeben, es wäre zu schön um wahr zu sein. Die Realitat heute, am Samstag Abend sah folgendermaßen aus:

Die Kinder guckten tatsächlich ihre Lieblingssendung. Als ich frohlockend verkündete, das nun Bettgehzeit ist passierte erst einmal garnichts. Der TV dudelte Werbeslogans durch den Raum, die Kinder bekamen leuchtende Augen – leider nicht wegen mir und meiner liebevollen Aufforderung, sondern eher wegen all dem verlockenden Zeug, das am liebsten sofort unsere übervollen Kinderzimmer zusätzlich bereichern sollte.

Erst durch mein mutiges Einschreiten und dem Ausschalten des TVs kam Leben in die Bude.

Mein großer Sohn begann herum zu flippen und klatschte meiner Tochter heftig auf den Rücken (er wollte eigentlich ihren Po treffen…). Sie fing darauf das Weinen an. Nun muss man dazu sagen, meine Tochter kann durchaus mit Opernsängern konkurrieren, was die Lautstärke angeht. Darauf hin wurde der Kleine unruhig und weinte mit und batschte zusätzlich auf meine Tochter ein.  So schnappte ich ihn mir nach dem Trösten meiner Tochter und trug ihn zum Umziehen ins Schlafzimmer. Leider gehört Wickeln nicht zur Lieblingsbeschäftigung unseres Jüngsten. So klemmte ich dieses kleine, kräftige, sich windende Portiönchen zwischen meine Beine, wich dabei elegant seinen kräftig austretenden Beinen aus und versuchte irgendwie, eine frische Windel an seinem Körper anzubringen.

In der Zwischenzeit eskalierte der Streit der beiden Großen – es ging immernoch um den am falschen Platz gelandeten Klatsch unseres Sohnes auf dem Rücken unserer Tochter. Sie heulte und schrie (zur Erinnerung-mit dem Organ einer Opernsängerin) ihn an, wie arg sie Schmerzen hätte. Untermalt mit allerlei netten Schimpfwörtern. Mein Sohn schrie zurück, wie viel schlimmer meine Tochter ihn mal gehauen hätte und unser Kleinster schrie, weil er lieber mit alter Windel mitten ins Getümmel hüpfen und mitmischen wollte. Und das bei geöffnetem Fensterâ…

Was sollen nur die Nachbarn denken…

Liebe Nachbarn – nein, es wurden keine Kinder gequält. Hier wurde eher eine arme Mama mitten in eine Horde Kinder gesetzt. Allein, verzweifelt und leider ohne Oktupus-Arme.

Wozu die Arme?

Ach, ich hätte jedes Kind bequem am Schlafittchen gepackt, mit den anderen Armen die Zähnchen geputzt und schließlich jedes sanft ins Bettchen gesteckt. Und mit den übrigen Armen hätte ich mir bequem die Ohren zugehalten (und meinen Nachbarn auch.), mir gleichzeitig den Rücken massiert und ein Tässchen Beruhigungstee gekocht.

Ach, was gäbe es Schöneres.

Obwohl – wenn ich nun in die drei Bettchen gucke – alle drei Kinder selig schlafend, bin ich doch ganz froh, das ich nur 2 Menschen-Arme habe. Dafür aber ein Löwen-Herz mit ganz viel Geduld, Liebe und Verständnis. Meistens jedenfalls…;-)

Na, hast du auch nette Alltagsgeschichten zu erzählen? Her damit, ich freue mich immer von euch zu lesen.

Eure Svenja

Kinderkrankenschwester, Osteopathin, Heilpraktikerin und 3-fache Mama

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Svenja Höse

Kinderkrankenschwester, Heilpraktikerin
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