Osteopathie für dein Kind – Wertvolle Hilfe für einen guten Start

von Svenja Höse

Speikinder- Gedeihkinder… ist das wirklich so? Und muss ich es als Mama bzw. Papa dann so hinnehmen, oder gibt es osteopathische Behandlungsansätze, die meinem Baby helfen können? In diesem Beitrag erfährst Du zum Einen ein paar Gründe, warum manche Kinder häufiger Spucken und das es bei den meisten Kindern tatsächlich eher nur ein ständig-volle-Waschmaschine- Problem ist, und die Kinder sich trotzdem gesund entwickeln. Zum Anderen erfährst du, wie deinem Baby hier die Osteopathie in vielen Fällen helfen kann, damit die Nahrung auch dort bleibt, wo sie hingehört.

Osteopathie als ganzheitliche Therapie
Das Spucken

Das Spucken, oder wie es im Medizinischen heißt – der Reflux – ist bei Säuglingen weit verbreitet. Kaum ein Kind kommt daran vorbei, das nach einer Mahlzeit ein bischen Milch wieder aus dem Magen zurück läuft und das Kind etwas davon „hinausspuckt“. Manche Kinder haben das sehr selten und wirklich nur Kleksweise, und dann gibt es Kinder, die das nach jeder Mahlzeit haben. Entweder direkt nach der Still-/Füttermahlzeit und/oder zwischen den Mahlzeiten. Mal nur kleine Klekse, mal große Mengen. Im Regelfall haben die Kinder dabei keine Schmerzen, die meiste Nahrung bleibt im Kind, es nimmt trotzdem gut zu, die Windeln sind regelmäßig gefüllt, und es ist nicht übertrieben unruhig.

In seltenen Fällen gibt es behandlungsbedürftige Erkrankungen, die ebenfalls von(massiven) Spucken begleitet sein können. Wenn dein Kind also sichtbare Schmerzen beim Spucken hat, es schwallartig erbricht, sehr unglücklich wirkt, die Windeln eher trocken sind und es nicht mehr richtig zunimmt gehe bitte umgehend zum Arzt und lasse es abklären.

Ansonsten kann ein wenig Spucken oft völlig normal sein, da bei Kindern anatomisch einige Veränderungen vorhanden sind und der Mageneingang meist noch nicht so gut schließt, Mageninhalt also leicht aufsteigen kann.

Speikind-Gedeihkind, muss ich das also wirklich so hinnehmen?

Wenn ein Kind eine problemlose Schwangerschaft und Geburt hatte, relativ zufrieden ist, selten spuckt und sich sonst gut entwickelt verläuft alles im Rahmen. Doch gerade Kinder nach schwierigen Schwangerschaften und Geburten können anfangen, häufiger zu spucken, was das Kind oft weniger stört als die Eltern. Das Kind muss ständig umgezogen werden und selbst die Eltern gehen häufig nicht ohne Wechselklamotten für sich selbst und einem Ersatzstapel Spuckwindeln aus dem Haus.

Doch was ist bei diesen Kindern anders?

Viele dieser Kinder bauen eine Spannung im Gewebe und den Faszien auf, vorallem im Nacken/Schulterbereich, das heißt die Kinder beginnen sich zu überstrecken. Der Kopf zieht nach hinten, die Babys liegen im Flitzebogen da. Dadurch entsteht ein großer Zug auf den Magen-/Darmtrakt, die Nahrung kann nicht ungehindert verdaut werden, sondern Mageninhalt kann dadurch leicht wieder hinauslaufen.

Viele dieser Kinder haben zusätzlich Verschiebungen von Halswirbeln, dort entspringen Nerven, die den Magen-Darmtrakt versorgen. Stehen diese dann unter Spannung kann auch hier wieder die Verdauung und der Weitertransport aus dem Magen verändert sein. Das Kind kann mehr Spucken und begleitend dazu mehr Schluckauf haben.

Auch am Köpfchen selbst können sich Spannungen aufbauen. Die Schädelknochen sind noch nicht verwachsen, damit das Köpfchen sich bei der Geburt dem engen Geburtskanal anpassen kann. Manchmal verschieben sich die Schädelknochen leicht und es entsteht ein Zug auf andere Strukturen. Auch im Schädel entspringen einige Nerven, die den Verdauungstrakt versorgen. Entsteht hier ein Zug, kann das Kind auch wieder vermehrt spucken.

Was kann ich als Familie also für mein Baby tun?

Bevor ich Dir erzähle, wie ich ein Spuck-Baby als Osteopathin behandeln kann gebe ich dir einen kurzen Überblick über die klassischen Behandlungsmöglichkeiten aus der Schulmedizin.

Bei Flaschenkindern gibt es die Möglichkeit zum Einen, die Nahrung anzudicken (mittlerweile gibt es fertige Antirefluxnahrungen), sodass die Milch nicht so leicht wieder rausfließen kann und zum Anderen, kleinere und häufigere Mahlzeiten zu füttern. Auch Oberkörper hochlagern kann helfen, das die Schwerkraft den Mageninhalt eher im Kind belässt.

Bei Stillkindern fällt das Andicken schon mal weg, und auch das geregelte Füttern gestaltet sich hier schwierig. Einzig die Oberkörperhochlagerung kann ich als Stillmama meinem Spuckkind anbieten.

Was kann ein Osteopath nun für mein Baby tun?

Vereinfacht gesagt ist die Osteopathie eine ganzheitliche Behandlungsmethode, bei der der Therapeut mit den Händen Spannungen oder Verklebungen(manche sagen auch Blockaden) im Gewebe löst. Übertragen auf ein Spuckkind wird der Osteopath mithilfe von einer gründlichen Anamnese schon mal Ideen finden, warum ein Kind ein Speikind geworden ist. Kaiserschnitt oder Spontangeburt, unterstützende Massnahmen unter der Geburt (z.B. das auf-den-Bauch-drücken bei den Presswehen) und PDA. Wie liegt das Kind gerne, schreit es viel, wann und wie oft spuckt es, hat es viel Schluckauf, mag das Kind die Bauchlage und viele Fragen mehr.

Dann nimmt ein Osteopath mit den Händen Kontakt mit dem Kind auf und erfühlt nun die Spannungen im Gewebe, den Organen und den Faszien. Und hier zeigen sich ganz häufig Spannungen auf Zwerchfell, Magen und dem Bauch, Im Nacken-Schulterbereich und am Köpfchen.

Durch feine und sanfte Techniken lassen sich diese sehr schön und vor allem schnell lösen. Dazu reichen manchmal 1-2 Sitzungen, und siehe da – Babys, die hierdurch Spuckprobleme bekommen haben sind auf einmal keine Speikinder mehr. Sie sind zufriedener und entspannter, das Essen bleibt drin, die Waschmaschine aus und die Wickeltasche ist nicht mehr ganz so schwer.

Und dafür sind die Familien dann sehr dankbar und erleichtert.

Hast du also ein Speikind, wende dich an einen Osteopathen in deiner Nähe, lasse dein Kind behandeln und vielleicht kann es auch deinem Kind hier Erleichterung bringen.

Gerne kannst du auch in meinen Podcast mit meinem geschätzten Kollegen Stefan Rieth aus München reinhören, in unserem Interview ging es ebenfalls um das vermehrte Spucken von Babys. Siehe dazu in meinem Blogartikel unter kommenden Link.

In meinem ersten Blogartikel „Osteopathie für einen guten Start ins Leben“(Link) kannst du vertieft nachlesen, was Osteopathie überhaupt ist, und wo diese ansetzen kann, um einem Kind auf dem Weg zum Großwerden zu helfen.

Oder warst du schon beim Osteopathen mit deinem Baby? Dann schreibe uns doch mal deine Erfahrungen in die Kommentare. Ich freue mich immer, von Euch zu hören.

Alles Liebe und eine tolle Zeit mit deinem Baby.

Deine Svenja

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Svenja Höse

Kinderkrankenschwester, Heilpraktikerin
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