Ein riesen Wäscheberg wartet auf mich.

von Svenja Höse

Heute war wieder ein Marathon-Waschtag.

Also eigentlich eher ein Marathon-Wäsche-Zusammenleg-Tag. Ich wasche so gut wie fast täglich. Maschine auf, Wäsche rein, Maschine zu, los gehts. Das übliche, das sich vom Ablauf nicht besonders zum Single-dasein unterscheidet. Bis auf die Menge. Wenn ein Single mal seine 3 Unterhöschen, Socken und T-shirts in die Wäsche schmeisst werden eben seine 3 Unterhöschen, Socken und T-shirts gereinigt. Wenn ich die Wäsche unserer Familie wasche, benötige ich allein für die Unterhosen schon eine Maschine allein. Doch das stört mich eigentlich gar nicht. Ich muss ja nicht – wie früher – mit dem Waschbrett am Bach die Wäsche schrubben.

Auch muss ich meist keine Wäsche aufhängen, da wir glücklicherweise einen fleißigen Trockner unser Eigen nennen dürfen. Auch der macht keine große Arbeit – vom Sieb reinigen und Wasser ausleeren mal abgesehen. Das Bügeln fällt dadurch in der Regel auch aus – hier werden einige von euch sicher stöhnen, wenn sie an ihre Bügelwäsche denken.

So räume ich also täglich die Waschmaschine ein, nach dem Waschvorgang aus und in den Trockner rein und danach schließich die gesäuberte und frisch duftende Wäsche in den Wäschekorb, der täglich brav auf seine Füllung wartet. Auch das Füllen macht mir Spaß und gelingt mir gut – jeden Tag etwas mehr, bis schließlich der Tag kommt, an dem zum einen die Kleiderschränke leer sind, und zum anderen der Wäschekorb so voll ist, das jedes Söckchen oben drauf den Berg zum Einsturz bringen könnte.

 

Der Wäscheberg wartet…

Nun stehe ich also regelmäßig meist Freitags vor dem Wäscheberg und überlege folgende Szenarien – lohnt es sich, die Socke oben drauf zulegen und auf einen Einsturz über mir zu hoffen, um dann seelenruhig den fehlenden Schlaf der Woche versteckt in der gut duftenden Wäsche nachzuholen und längere Zeit unentdeckt Höhlenmensch zu spielen? Oder lieber anzufangen, die Wäsche zusammenzulegen und wegzuräumen nach dem Motto – und wöchentlich grüßt das Murmeltier?

Ersteres hat im ersten Moment sehr verlockende Vorteile – auf lange Sicht gesehen aber dann doch den Nachteil, das ich durch feine Kinder-Spürnasen schneller entdeckt werde, als ich bis 3 zählen kann (wenn du als Mama schon mal gedacht hast in Ruhe auf Toilette zu gehen oder ein Telefonat zu führen, weil deine Kinder ja ach so ruhig im Kinderzimmer spielen und dann direkt sofort von deinen Kindern mit unaufschiebbaren Bedürfnissen umringt wurdest weißt du, wovon ich spreche.) Und – die Wäsche würde auch nach meinem ausgiebigen Versteckspiel noch von mir zusammengelegt werden wollen. Aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.

Also doch Zweiteres. Glücklicherweise haben wir so gebaut, das unser Waschraum im Obergeschoss neben Kinderzimmern, Ankleide und Schlafzimmer wohnt, und ich so also in direkter Hör- und Aufenthaltsweite zu den Kindern bin. Also auf den Boden gesetzt, Teilchen für Teilchen von ganz klein bis ganz groß zusammengelegt, auf Stapel verteilt je nach Kind bzw. Erwachsener (auch hier drohen regelmÃßig Einstürze aufgrund vieler kleiner, sich schlecht stapelnder Kinder-T-shirts und Hosen) und gehofft, das keines der Kinder dringend über die Wäschehaufen vorbei ins andere Zimmer stürmen muss. Es ist noch nicht lange her, da habe ich mit dem Jüngsten Kämpfe geführt, weil er irgendwie die ordentlichen Wäschehaufen als Aufforderung verstand, diese lustvoll im Gang umeinander zu werfen.

Mittlerweile lässt ihn einer meiner Oktupus-Arme (lese dazu meinen Artikel zu den Oktupus-Armen ;-)) schon vorher stoppen. Dazu noch ein kräftig in ein gedankliches Megaphon geplärrtes NEIN, das funktioniert in den allermeisten Fällen gut – je nach aktueller Laune eines Kleinkindes. Die erfahrungsgemäß großen Schwankungen unterliegt.

Wer frisst die Socken

Sind die Wäschestücke zusammengelegt wartet noch ein besonderes Schmankerl auf mich. Richtig- die Socken, Strümpfe, Beinwärmer, Füsschenschützer und wie man sie so nennen mag.

Und auch das Hause Höse unterliegt dem natürlichen Phänomen des Sockenschwundes. Wer auch immer diese WÄHREND des Wäsche-Wasch-Vorgangs verschlingt, er sitzt sicher gehässig lachend in der Waschmaschine und erfreut sich meines ratlosen Blickes. Kein Socke passt zum anderen. Und das mal 5 Personen, mal 7 Tage täglich frische Socken.

So sitze ich – mit Stolz geschwellter Brust über die ordentlich gestapelten Wäschepäckchen im Gang – an dem Wäschekorb mit den unzählichen Socken von Größe 21 bis Größe 44, und altere Woche für Woche um gefühlte 10 Jahre, weil kein Strumpf zum anderen passt. Schließlich kommt jede Woche dieser eine Moment, wenn der Rücken schmerzt, es draussen schon dunkel wird, die Kinder vor Hunger schier beginnen die Wäschestapel im Gang aufzuessen und ich klammheimlich die tausend einzelnen Fußverkleider zurück in den Wäschekorb lege mit dem Gedanken – nächste Woche finde ich das Paar.

Wegen Überfüllung geschlossen

Nun könnt ihr euch sicher vorstellen was schließlich die logische Konsequenz sein muss… richtig, der Wäschekorb, der täglich brav auf die Geschenke aus dem Trockner wartet, erreicht bereits Anfang der Woche – also eher bereits ende der letzten Woche, da ja Freitags mein Wäsche-Zusammenleg-Tag ist – schon so einen Füllstand, das das Fassungsvermögen des schicken Korbes bereits überlastet ist, bevor ich Dienstag sagen kann.

Aber da gibt es einen Trick – denn die Kinder brauchen ja schließlich trotzdem 2 gleiche Socken, also für jeden Fuß einen. Wir kaufen einfach regelmäßig neue Socken. Die gibt es 5er-Packweise in jedem Klamottengeschäft. Seeehr praktisch. Die Kaufhäuser wissen um das Sockenproblem des Kunden.

Nur wird dummerweise das Tausend-Einzelne-Socken-Problem in meinem Waschraum nicht weniger. Denn nun kommen ja noch mehr einzelne Socken dazu. Wo soll das nur hinführen? Irgendwann sehe ich es kommen: Ich halte die letzte Socke in der Hand. Der Waschraum ist bis unters Dach mit einzelnen Socken, frisch duftender Wäsche, Handtüchern und mehr gefüllt. Und ich werde wieder vor der Entscheidung stehen – stopfe ich diese eine Socke noch in die letzte verbleibende Lücke, indem ich schnell die Tür öffne und riskiere, das ich für immer unter einem riesen Wäscheberg vergraben werde? Oder ist es einfacher umzuziehen – in ein neues Haus mit noch größerem Waschraum und noch mehr Platz für einzelne Socken?

Vermutlich werde ich mich diesmal für Variante 1 entscheiden und sicher unter meinem Wäscheberg eingeschlossen geschützt warten, bis die Kinder so groß sind, das sie die Wäsche-Zusammenleg-Aufgabe selbst erledigen können, oder ausgezogen sind und ihre eigenen Waschmaschinen füllen dürfen. Mit ihren 3 Unterhöschen, Socken und T-shirts. Bis sie eigene Kinder haben. HAHAHA. 😉

Hier hilft sogar unsere Katze noch mit – schlafend auf meinen Beinen, das ich auch ja nicht aufhöre die Wäsche zu machen. 🙂

Alles Liebe, deine Svenja, Kinderkrankenschwester, Osteopathin, Heilpraktikerin und 3-fache Mama

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Svenja Höse

Kinderkrankenschwester, Heilpraktikerin
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